Elena Dengg sorgt beim Grand Slam in Lausanne für starkes Ausrufezeichen

Beim Grand-Slam in Lausanne (28.–30. August) sorgte Elena Dengg vom JC Sanjindo Bischofshofen für das bislang größte Ausrufezeichen ihrer noch jungen Grand-Slam-Karriere. Die 22-jährige Pongauerin, 2024 Junioren-Weltmeisterin und aktuell auf Rang 92 der Weltrangliste im Halbschwergewicht, zog erstmals in ihrer Karriere in einen Grand-Slam-Finalblock ein und schrammte dabei nur knapp an ihrer ersten Medaille auf dieser Turnierstufe vorbei.

Dengg startete mit einem souveränen Sieg gegen Karla Kulic (CRO) in den Wettkampftag und setzte sich anschließend auch gegen Beatriz Freitas (BRA) duch. Erst im Viertelfinale musste sich die Salzburgerin der an Nummer drei gesetzten Japanerin Kurena Ikeda geschlagen geben. Bevor sie in der Repechag gegen Mathilda Sophie Niemeyer (GER) wieder siegte. Im Kampf um Bronze traf Dengg auf die erfahrene Portugiesin Patricia Sampaio, Olympia- und WM-Dritte sowie Nummer fünf der Setzliste. Trotz einer starken und engagierten Vorstellung musste sich die Salzburgerin nach einem Seoi-otoshi mit Waza-ari geschlagen geben. Für Sampaio war es bereits die zwölfte Grand-Slam-Medaille ihrer Karriere. Für Dengg hingegen bedeutete der fünfte Platz einen wichtigen Meilenstein und die Bestätigung, dass sie auch auf höchstem internationalen Niveau angekommen ist.

„Elena hat sich sehr gut verkauft und mit überzeugenden Leistungen den Sprung in den Finalblock geschafft. Ihr aggressiver Kampfstil hat sich ausgezahlt. Auch im Finale um Bronze hat man ihren Willen gesehen, den Kampf für sich zu entscheiden. Noch hat leider das Happy-End gefehlt. Sampaio ist sehr erfahren und hat letztlich verdient gewonnen. Aber für Elena war es ein wichtiger Schritt. Die erste Grand-Slam-Medaille ist nur eine Frage der Zeit“, resümierte ÖJV-Nationaltrainer Miguel Ogando Lopes zufrieden.

Der Grand Slam in Lausanne war mit 513 Judoka aus 77 Nationen hochkarätig besetzt und bot den österreichischen Athletinnen und Athleten wichtige internationale Wettkampferfahrungen. Neben Elena Dengg waren auch zwei weitere Judoka des JC Sanjindo Bischofshofen im Einsatz. In der Klasse +78 kg musste sich Maria Höllwart in der ersten Runde der Portugiesin Rochele Nunes mit Ippon geschlagen geben. Bei den Männern bis 90 kg unterlag Thomas Scharfetter in der Runde der letzten 32 dem Bahrainer Israpil Saipov knapp mit Yuko und blieb damit ebenfalls unplatziert.

Für Elena Dengg bleibt trotz der knapp verpassten Medaille vor allem die Erkenntnis, dass der eingeschlagene Weg stimmt. Der erste Einzug in einen Grand-Slam-Finalblock ist ein weiterer wichtiger Schritt in ihrer Entwicklung – und die Leistungen in Lausanne machen deutlich, dass die erste Grand-Slam-Medaille tatsächlich nur noch eine Frage der Zeit sein könnte.